Editorial,Georges Merenz 19/06/18 Schnelle Trambahn vs Eisenbahn
Editorial,Georges Merenz 19/06/18 Schnelle Trambahn vs Eisenbahn
Schnelle Trambahn vs Eisenbahn
Dass die Gehälterreform dem Landesverband von Anfang an missfiel, muss ich mit diesen Zeilen nicht nochmals wiederholen. Diejenigen welche diese Reform aushandelten, die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP sowie die Regierung, sahen schlussendlich ein dass eine Verbesserung dieser Reform dringend von Nöten ist.
Seit geraumer Zeit sitzen nun die beiden Verhandlungspartner wieder zusammen an einem Tisch. Der CGFP ist es wiederum zu verdanken dass hier keine anderen Gewerkschaften geduldet werden, eine Tatsache die wir umso mehr als Skandal ansehen, da auch deren Mitglieder ebenfalls vom Ausgang dieser Verhandlungen betroffen sind.
Nun wurde kürzlich der Landesverband zu einem Gespräch beim Minister des öffentlichen Dienstes, Herrn Dan Kersch einbestellt. Hier wurde uns der Stand der Dinge dieser neuen Verhandlungen mitgeteilt. Der Schwerpunkt bei den Gesprächen mit der CGFP seien die Anfangsgehälter hieß es. Diese brachten mit der neuen 80-80-90 Regelung neben den finanziellen Einbußen für die neu eingestellten Mitarbeiter auch dem Staat sowie der Eisenbahngesellschaft CFL Probleme bei der Rekrutierung.
Wir, der Landesverband, hatten schon im Vorfeld bei der Umsetzung der Gehälterreform stets vor diesem Phänomen gewarnt. Auch deshalb sind wir nie mit dieser Reform einverstanden gewesen und nutzten prompt diese Unterredung dazu unsere forderung nach einer kompletten Überarbeitung der Gehälterreform Nachdruck zu verleihen. Selbstverständlich stimmen wir dem Minister bei jeglichen Verbesserungen bei den Anfangsgehältern zu.
Ab Mitte September diesen Jahres wird ein privates und landesweit bekanntes Busunternehmen den ersten selbstfahrenden Bus in einer „zone d’activités“ in Luxemburg betreiben. Was manch einer als Fortschritt ansieht, könnte man aber auch als einen Abbau von Arbeitsplätzen bezeichnen. Es werden zwar neue Berufe geschaffen wie beispielsweise einen Operator welcher über Distanz das Gefährt überwacht, wie viele dieser autonomen Busse er dann gleichzeitig überwachen wird, kann bis jetzt niemand vorhersagen. Eine Tatsache wird jedoch sein, dass viel weniger dieser neuen Jobs geschaffen, als Busfahrer wegfallen werden.
Darum fordert der Landesverband dass Unternehmen welche durch die fortschreitende digitale Automatisierung Arbeitsplätze abschaffen oder diese durch sozial schwächere ersetzen, per zukünftigem Gesetz verpflichtet werden, die Summe an verloren gegangenen Sozialleistungen per Ausgleichszahlung dem Staat zu erstatten. Der Landesverband wird sich diesbezüglich mit der Regierung in Verbindung setzen.
Am 11. Juni präsentierte das Transportministerium der zuständigen Transportkommission der Abgeordnetenkammer eine Studie einer Direktverbindung von Esch/Alzette nach Luxemburg durch eine sogenannte schneller Trambahn.
Der Landesverband fordert schon seit längerem dass eine solche Direktverbindung, durch den Bau einer neuen Zugstrecke geschaffen würde. Wir fordern daher das Transportministerium auf, auch eine diesbezügliche Vergleichsstudie vorzulegen. Für den Landesverband steht ebenfalls fest dass eine schnelle Tram nicht weiteres ist als ein Eisenbahnzug und fordern auch die CFL auf an der Planung dieser Zugstrecke mitzuwirken. Ich vermeide bewusst an dieser Stelle nach dem zukünftigen Betreiber einer solchen schnellen Tram zu fragen. Sollte etwa eine weitere „société anonyme“ geschaffen werden oder der Zuständigkeitsbereich der bestehenden Tramgesellschaft ausgeweitet werden um auch hier das Eisenbahner Statut zu umgehen?
Editorial,Georges Merenz
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