Pressemitteilung vom 26. November 2018
Pressemitteilung vom 26. November 2018
Pressemitteilung vom 26. November 2018
Nein zum Gratistransport
Den öffentlichen Transport als öffentliche Dienstleistung ausbauen und fördern!
Zurzeit sind LSAP, DP und die Gréng dabei ein neues Regierungsprogramm auszuhandeln. Als FNCTTFEL-Landesverband erwarten wir, dass dabei dem öffentlichen Transport den gebührenden Stellenwert eingeräumt wird. Ziel muss es sein, allen Menschen die in unserem Land wohnen und arbeiten, die Möglichkeit zu bieten für all ihre Tätigkeiten den öffentlichen Transport nutzen zu können.
Die Voraussetzungen zur Einführung des kostenlosen öffentlichen Transportes, für die Benutzer, sind in der aktuellen Situation nicht gegeben. Damit alle Einheimischen und Grenzgänger, die unsere Wirtschaft am Laufen halten, gleichberechtigt von dieser Dienstleistung profitieren können, muss der öffentliche Transport konsequent ausgebaut und verbessert werden. Ein kostenloser öffentlicher Transport kann den Mangel an Attraktivität, bedingt durch ein fehlendes Angebot im ländlichen Raum, durch Verspätungen, überfüllte Züge und Busse nicht wettmachen.
Zur Verbesserung des Angebotes müssen die geplanten und im Bau befindlichen Eisenbahninfrastrukturprojekte zügig umgesetzt werden. Die Bahn muss hierzu mit dem notwendigen qualifizierten Personal ausgestattet werden. Neben dem aktuell geplanten Ausbau des Schienennetzes muss auch eine direkte klassische Eisenbahnverbindung zwischen dem Hauptbahnhof, dem Flughafen und dem Kirchberg sowie zwischen Luxemburg und Esch realisiert werden. Neue transversale Eisenbahnlinien müssen geplant und realisiert werden.
Geisterbahnhöfe und unbegleitete Züge, durch wo möglichen Personalabbau beim Schalter- und Zugpersonal, sind mit einem sicheren und attraktiven öffentlichen Transport unvereinbar. Zur Attraktivitätssteigerung im Eisenbahntransport, muss die personelle Präsenz auf den Bahnhöfen und in den Zügen verbessert werden. Für uns ist es absolut wichtig, dass die Arbeitsplätze bei der Eisenbahn nicht nur erhalten bleiben, sondern zur Kundenbetreuung zusätzlich Personal eingestellt wird. In diesem Zusammenhang möchten wir auf den aktuellen „contrat de service public“ zwischen Staat und Eisenbahn hinweisen, wonach alle bei uns verkehrenden Personenzüge von qualifiziertem Zugpersonal begleitet sein müssen. An diesem Vertrag darf nicht gerüttelt werden, sondern dieser muss bei dessen Ablauf 2024 weitergeschrieben und im Sinne der Kundenbetreuung verbessert werden.
Andere Punkte, welche einer Klärung bedürfen, sind u.a. die nötige Kapazität und erste Klasse bei der Eisenbahn, sowie der internationale und grenzüberschreitende Eisenbahntransport. Um den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr für die Grenzpendler attraktiver zu gestalten, sollte die luxemburgische Tagesfahrkarte und das Ökoabonnement Gültigkeit bis zum nächsten Grenzbahnhof erhalten. Umgekehrt sollten auch regionale und nationale Angebote von SNCF, SNCB und DB bis zum ersten Haltebahnhof der CFL gelten. Weiterhin sollten die Taxen, die beim grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr erhoben werden, abgeschafft werden.
Bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden, drängen wir darauf, dass alle Fragen des öffentlichen Transportes in punkto Tarifgestaltung und Personalausstattung mit den Gewerkschaften, in einem echten Sozialdialog, diskutiert werden.
Mitgeteilt von der Verbandsleitung des FNCTTFEL-Landesverbandes am 26. November 2018
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