Nico Wennmacher: Die Maske ist ab
Nico Wennmacher: Die Maske ist ab
Pünktlich zur Fastnachtzeit hat das ADR sich seiner sozialen Maskerade entledigt. Dieser, seiner Zeit vom Luxemburger Wort gesponserte Verein, war scheinbar gegründet worden um eine 5/6 Pension für Alle zu erwirken. Manche Lohnabhängige sind den vielversprechenden Sprüchen dieses Vereins auf den Leim gegangen. Auch die etablierten Parteien haben es unterlassen zu diesen nationalistisch gefärbten Sozialdemagogen auf Distanz zu gehen. Dabei war von Anfang an ersichtlich, dass diese, mit klerikaler Hilfe, ins Leben gerufene politische Gruppierung zum Zweck hatte die Arbeitnehmer auseinander zu dividieren, um so die konservativen Kräfte weiter zu stärken. Außer dem Schüren des Sozialneides, liefern die rechtskonservativen Positionen dieser Gruppierung dem rechten CSV- Flügel die notwendigen Argumente um die eigne Partei auf rechtsliberalem Kurs zu halten. Die Diskussionen um die Nationalflagge und – Sprache sowie die rezenten Diskriminierungen von Arbeitnehmern/innen, welche außerhalb unserer nationalen Grenzen wohnen, legen hierfür Zeugnis ab.
Von 5/6 Pensionen für Alle zu Pensionskürzungen für Alle
Den Wandel vom 5/6 Aktionskomitee zur Rentenkürzungspartei, ist wohl der letzte Beweis, dass diese Gruppierung ihren Rest an demokratischer Legimität eingebüßt hat. Es erübrigt sich deshalb die Vorschläge des ADR in allen Einzelheiten zu kommentieren. Nichtdestotrotz möchten wir einige grundsätzliche Fragen zur Rentenproblematik kurz erörtern.
Die meisten Politiker bekennen sich zu den erworbenen Rechten, welche nicht angetastet werden sollen. Dies würde bedeuten, dass die jetzigen Pensionierten nichts zu befürchten hätten, dass ihre Pensionen nicht angetastet würden. Dem ist leider nicht so! Für uns beinhalten die erworbenen Rechte die Anpassung der Pensionen an die Lebenshaltungskosten und an die Lohnentwicklung. Wir müssen leider feststellen, dass sowohl die Indexierung als auch das Ajustement der Pensionen von den Politikern zunehmend in Frage gestellt werden. Dagegen müssen wir uns wehren!
Als Pensionierte treten wir nicht nur für unsere erworbenen Rechte ein. Wir wollen mithelfen damit die Pensionen der Aktiven, von heute und morgen, abgesichert und nicht verschlechtert werden. Mit ihnen gemeinsam wehren wir uns auch gegen eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit.
Anstatt über Lebensarbeitszeit zu diskutieren, sollten die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft sich dem Wohlbefinden am Arbeitsplatz zuwenden. Eine im Auftrag der Salariatskammer, vor gut einem Jahr, durchgeführte Umfrage in den Betrieben hat in dieser Hinsicht erschreckende Resultate hervorgebracht. Die physischen und psychischen Belastungen sind für viele schwer erträglich. In dieser Situation die Lebensarbeitszeit verlängern zu wollen, wird von vielen Arbeitnehmern als Zumutung empfunden. Hinzu kommt, dass viele Arbeitgeber Druck auf ältere Arbeitnehmer ausüben, um diese hinauszudrängen.
Vor kurzem hat Staatsminister Juncker erklärt in Luxemburg würde die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 43 Stunden betragen. Trotz hoher Arbeitslosigkeit würde somit jeder Beschäftigte 3 Überstunden pro Woche leisten. Dies geschieht wahrscheinlich aus 2 Ursachen heraus. Zum einen wird ein entsprechender Druck in den Betrieben erzeugt und zum andern sehen manche Arbeitnehmer sich gezwungen Überstunden zu leisten da sonst der Lohn oder das Gehalt nicht ausreicht. Bei der angekündigten Pensionsreform muss verhindert werden, dass die zukünftigen Pensionen gekürzt werden damit die Beschäftigten nicht länger arbeiten müssen.
Nico Wennmacher
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