AVL: Es reicht - am 24. Juni Protest auf dem Knuedeler
AVL: Es reicht - am 24. Juni Protest auf dem Knuedeler
Wir sind nicht mehr bereit unter den katastrophalen Bedingungen beim AVL-Busbetrieb weiter zu arbeiten. Der Schöffenrat der Stadt Luxemburg muss jetzt seine Verantwortung übernehmen.
Seit 2007 häuft sich der Berg an ausstehendem Urlaub, die Arbeitsbedingungen werden zunehmend schlechter.
Ende 2008 standen im Busbetrieb 9.379 Urlaubstage aus und der Schöffenrat entschied sich daraufhin eine externe Audit-Firma zu beauftragen um unter anderem dieses Problem zu lösen. Ende 2012 sind es 12.000 Tage, die dem Personal geschuldet sind.
Diese Audit-Firma hatte ausgerechnet, dass 361 Fahrer benötigt werden, um täglich 210 Dienste zu verrichten. In der Zwischenzeit benötigt man laut Schöffenrat nur mehr 341 Fahrer um 217 Dienste zu absolvieren.
Das Problem liegt auf der Hand: dem Busbetrieb fehlen mindestens 30 Fahrer!
Als Personalvertreter wurden wir nicht müde hierauf aufmerksam zu machen, doch reagierte der Schöffenrat nicht darauf, schließlich wurde der Projektleiter dieser Audit-Firma zum stellvertretenden Dienstchef genannt.
Schlechte Einstellungspolitik
Um diesem Problem entgegen zu wirken, könnte man meinen, dass es reichen würde 30 Fahrer einzustellen. Doch ist dies bei der Stadt Luxemburg nicht so einfach.
Auch hier betreibt die Stadtverwaltung eine falsche Politik! Es bestehen zwar genügend Kandidaten das „Examen d’admissibilité“, doch fallen viele anschließend im Psychotest durch. In dieser Angelegenheit hatten wir beim Innenminister interveniert, doch der verwies uns auf die Autonomie der Gemeinden.
Urlaub
Laut Schöffenrat hatte im Jahr 2012 jeder Busfahrer durchschnittlich 32 Tage Urlaub. Doch entspricht dies nur der Theorie ¬- in der Praxis wurde diese Zahl durch Fahrer, die in Rente gehen und dann ihren ausstehenden Urlaub bekommen müssen, verfälscht.
12.000 ausstehende Urlaubstage … das ist ein Fakt!
Schlechte Arbeitsbedingungen
Der Fahrer wird in seiner täglichen Arbeit zusehends dem Stress ausgesetzt. Sei dies durch den zunehmenden Verkehr, und zu eng gerechneter Fahrplan mit zu kurzen Auffangzeiten. Die Fahrer werden bis zum äußersten belastet, was natürlich zu gesundheitlichen Problemen führt. Laut Statut, muss der Schöffenrat die Gesundheit seines Personals schützen, nur scheint es dort niemanden zu kümmern!
Lenkzeiten
Laut Interpretation des Schöffenrates, gehört die Zeit, an welcher der Busfahrer an einer roten Ampel steht, keineswegs zur Lenkzeit sondern gilt als „andere Arbeiten“. Dies ist für uns inakzeptabel!
Sous-traitance
Am 23. November 2012, wurden die Personalvertreter zum Bürgermeister und dem Ersten Schöffen geladen, um über den Personalmangel zu diskutieren. Es standen zwei Alternativen zur Auswahl: entweder die Sous-traitance erhöhen oder Fahrer mit befristeten Zeitverträgen einstellen.
Nach mehreren Unterredungen, entschieden sich die Personalvertreter auf die Alternative, Fahrer mit befristeten Zeitverträgen zurückzugreifen, mit der Möglichkeit für die Betroffenen in die Beamtenlaufbahn zu wechseln.
Am 29. Mai wurde uns mitgeteilt, dass dies nicht ausreicht, und zusätzlich 35 Diensttouren an die Sous-traitance ausgelagert werden.
Dies bedeutet, dass die Fahrer der Roulements 10, 11 und teilweise des Roulement 9, keine Diensttouren sondern nur noch Schichtlagen auf ihrer Jahresliste eingetragen bekommen.
Ab dem 16. Juli, sollen 53% der Linien der Stadt Luxemburg durch private Subunternehmen gefahren werden. Obwohl die Delegation ein negatives Gutachten hierzu schrieb, wurde dieses überhaupt nicht vom Schöffenrat berücksichtigt.
Respekt des Kunden
Dadurch, dass die Fahrer den ihnen zustehenden Urlaub nicht nehmen können, nimmt der Schöffenrat eine Übermüdung der Fahrer in Kauf, dies auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste. Dies ist inakzeptabel!
Es mag auch sein, dass der eine oder andere Fahrer manchmal genervt reagiert; doch ist dieses leider eine natürliche Reaktion auf alle Probleme mit denen die Fahrer tagtäglich zu kämpfen haben.
Man kann nur von Glück reden, dass es noch nicht zu einem schlimmen Unfall gekommen ist.
So nicht!
Wir werden nicht zulassen, dass der Busbetrieb so klein wie nur möglich geschrumpft wird … dies wahrscheinlich um ihn besser verkaufen zu können!
Wir hoffen, dass alle dienstfreien Kollegen/innen, sich uns anschließen werden, um an einer groß angelegten Demonstration, mit der Presse, während einer Gemeinderatssitzung teilzunehmen.
Diese findet am 24. Juni 2013 um 15.30 Uhr auf dem Knuedler statt!
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Info - Es reicht!
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