Sozialkonflikt beim AVL: Schöffenrat kompromissbereit in Sachen Arbeitsschema!
Sozialkonflikt beim AVL: Schöffenrat kompromissbereit in Sachen Arbeitsschema!
Im Busbetrieb der Stadt Luxemburg schwelt seit geraumer Zeit ein Streit um das Arbeitsschema der Busfahrer. Es geht konkret um die Abfolge von Arbeits- und Ruhetagen, die Anzahl der zusammenhängenden Ruhetage sowie die täglichen Arbeitszeiten. Entgegen der Vorschläge der Gewerkschaften und Beamtendelegation hat die Direktion am 16. Januar 2011 auf Biegen und Brechen ein neues Arbeitsschema eingeführt, das – abgesehen von enormen Anlaufschwierigkeiten – vor allem Nachteile für die Fahrer mit sich bringt und dies ohne den Betriebsablauf zu verbessern. Alle Beteuerungen der Direktion, das neue Arbeitsschema sei besser und flexibler als das bisherige, haben sich als falsch erwiesen. Seit nunmehr einem Jahr versuchen Gewerkschaften und Personalvertreter die Betriebsleitung und den Schöffentat von der Unsinnigkeit des neuen Arbeitsschemas zu überzeugen. Doch die Betriebsverantwortlichen wollten nichts davon wissen, so dass der Busbetrieb der Stadt Luxemburg auf einen handfesten Sozialkonflikt zusteuerte. Am Dienstag den 18. Januar 2011 kam es zu einer letzten Zusammenkunft mit dem Schöffenrat, bevor gewerkschaftliche Aktionen durchgeführt werden sollten. In einer Mitteilung informiert die Beamtendelegation das Personal über das Resultat dieser Gespräche.
Am Dienstag den 18. Januar 2011 traf die Beamtendelegation sich mit dem Schöffenrat und der Betriebsdirektion in Sachen neues Arbeitsschema im Busbetrieb. Klar war: das Personal ebenso wie die Gewerkschaften und Personalvertreter können und wollen die Anhäufung von Nachteilen, die das neue Arbeitsschema für die Fahrer mit sich bringt, nicht hinnehmen. Deshalb war diese Zusammenkunft die letzte Chance um einen größeren Sozialkonflikt im Busbetrieb zu verhindern.
Für den Schöffenrat nahmen Bürgermeister Paul Helminger und Mobilitätsschöffe François Bausch an dieser Besprechung teil. Die Betriebsleitung war durch die Herren Vincent Sélosse und Gilles Peters vertreten.
Im Vorfeld hatte die Beamtendelegation alle Vor- und Nachteile des neuen Arbeitsschemas aufgelistet. Dabei war die Liste der Vorteile ziemlich klein, quasi inexistent. Bei den Nachteilen hingegen häuften sich insgesamt 16 Punkte von unterschiedlicher Gewichtung. Zu jedem Punkt hatte die Delegation Lösungsvorschläge mitgeliefert.
Alle Punkte und Lösungsvorschläge wurden während 1½ Stunden ausführlich dargelegt und besprochen. Dabei stellte sich heraus, dass einige Beanstandungen lediglich Anlaufschwierigkeiten des neuen Systems offenbarten, während andere Punkte weitreichendere Konsequenzen für das Arbeitsschema haben.
Ohne den Verlauf der gesamten Diskussion hier und jetzt wiedergeben zu können, sei festgehalten, dass die Betriebsleitung sich engagierte eine ganze Reihe von Punkten kurzfristig umzusetzen. Auch der Vorschlag hinsichtlich der Abschaffung geteilter Dienste wird untersucht. Bei anderen Punkten will die Betriebsleitung genauere Angaben und die Lösungsvorschläge überprüfen. Auf diesbezügliche Einzelheiten wird ausführlicher zurückgekommen werden.
Entscheidend ist jedoch: der Schöffenrat erklärte sich einverstanden, dass die Betriebsdirektion und die Beamtendelegation – parallel zur Optimierung des derzeitigen Arbeitsschemas – ein neues Arbeitsschema ausarbeiten sollen, das wesentliche Nachteile des jetzigen Arbeitsschemas beheben wird. Insbesondere der Forderung nach zwei freien Tagen innerhalb von einer Periode von zwei Wochen – und damit die Abschaffung des so genannten „langen Frei“ – soll dabei Rechnung getragen werden. Dieses neue Arbeitsschema das auf eine intelligente Kombination von Elemente eines 3/1 und eines 4/2 aufbauen soll, soll für kommenden April, also in knapp 3 Monaten, vorliegen.
Am kommenden Montag dem 24. Januar 2011, werden die Gewerkschaften und die Beamtendelegation sich treffen, um das Resultat dieser Zusammenkunft und das weitere Vorgehen in Sachen Arbeitsschema zu besprechen.
Die Entwicklung der letzten Monate hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Fahrer sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern solidarisch und gemeinsam für ihre Interessen einsetzen. Dies gilt jetzt mehr denn je, vor allem auch in den kommenden zwei Monaten, wo es darum geht die Arbeitsbedingungen aller Fahrer – egal ob im festen Roulement, im Schülerroulement, in der Reserve oder im Spezialroulement – konkret zu verbessern!
Mitgeteilt von der Beamtendelegation, am 19. Januar 2011
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