Den Trend der „kleinen“ Verschlechterungen stoppen!
Den Trend der „kleinen“ Verschlechterungen stoppen!
In den vergangenen Monaten wurde das Personal des TICE-Fahrdienstes laufend mit diversen Verschlechterungen konfrontiert.
Vieles deutet daraufhin, dass dieser Trend auch im neuen Jahr weiter gehen wird und der noch kommende Um- und Ausbau des Betriebes begleitet sein wird von einem latenten Druck auf die bestehenden Arbeitsbedingungen. Wir sind der Meinung, dass diese negative Entwicklung nur durch ein entschlossenes Gegensteuern verhindert werden kann.
Eine negative Bilanz …
Ein kurzer Rückblick auf die vergangenen anderthalb Jahre genügt um zu belegen, wohin die Reise hin geht. Im Herbst 2013 begann der TICE mit einer technischen Reorganisation des Betriebes, die bis heute noch nicht abgeschlossen ist.
• Als erstes wurden die Urlaubsvergabe und die bestehenden -gruppen umgebaut und auf die Interessen des Betriebes zugeschnitten. Die Folge davon waren kleinere Urlaubsgruppen in den Schulferienzeiten, weniger längerfristige Vergaben und somit weniger Vorausplanung des Urlaubs sowie erstmals für eine ganze Gruppe neuer Fahrer, überhaupt keinen garantierten Urlaub in den Schulferienzeiten mehr! Im Vergleich zum vorherigen Modell also eine eindeutige Verschlechterung auf der ganzen Linie.
• Bezüglich des akuten Fahrermangels in den Jahren vor dem Audit, und den damit verbundenen angehäuften Urlaubsstunden, sollte eine einmalige Ausbezahlung eine definitive Lösung bringen. Letztendlich wurde die Ausbezahlung besteuert und so konnte sich der Staat 40 Prozent des Geldes wieder einsäckeln! Ein Hohn, in Anbetracht der hierzulande üblichen „Steuer Rulings“, wo Konzerne wie „Amazon“ oder „Skype“ weniger als 0,3 Prozent Steuern zahlen. Damit nicht genug, wurde im Fall der Ausbezahlung von Überstunden deren Vergütung nun von bisher 50 Prozent auf nur noch 40 Prozent gekürzt.
• Unsere ersten Erfahrungen mit den kürzlich eingeführten „Motivationsgesprächen“, haben gezeigt, dass es sich dabei eindeutig um die Schaffung eines weiteren „Instruments der Disziplinierung“ des Personals handelt. Seinerzeit hatte der Ausschuss solche Gespräche nur bei extremen Problemfällen gefordert, von einer Verallgemeinerung war nie die Rede. Nun aber werden alle Fahrer vorgeladen und in gewissen Fällen wurde ein für das Personaldossier vorgesehenes Protokoll mit Vorwürfen zur Unterzeichnung vorgelegt. Bei weiteren solchen Exemplaren droht dann ein Disziplinarverfahren. Eine solche Praxis kann von uns nur entschieden abgelehnt werden. Wir raten darum jedem, auf seinem Recht auf Begleitung durch einen Personalvertreter seines Vertrauens zu bestehen und vor irgendeiner Unterschrift des vorgelegten Berichtes, sich vorher lieber mit unserem Verband zu beraten.
• In derselben Optik der Straffung der Disziplin, läuft der Beschluss des TICE das Recht der Funktionäre auf dreitägige Krankmeldung ohne ärztliches Attest auf zweimal jährlich zu beschränken. Auch in diesem Fall wird eindeutig geltendes Recht vom Präsidium ignoriert.
Eine Vorausschau auf das, was noch kommt …
Die Entwicklung der letzten anderthalb Jahre bietet also wenig Grund zu Optimismus. Im Vorgehen des Betriebes ist klar ein System zu erkennen. Als erster Schritt wurde ein wirksamer Kontrollapparat aufgebaut. Dann folgte eine Straffung der Disziplin und der Betrieb schafft sich weitere Instrumente zur „Sanktionierung“. Nach der weitgehenden Einbindung der Personalvertretung in diese Logik, stehen nächstens wohl Maßnahmen zur Steigerung von „Leistung und Produktivität“ auf der Tagesordnung. Für 2015 sind schon einige handfeste Herausforderungen für die Belegschaft vorprogrammiert, von denen ich hier zur zwei kurz aufwerfe:
- Vor dem Hintergrund des Ausbaus des Betriebes, droht der Mangel an Parkraum zu einem realen Problem zu werden. Die Antworten der Betriebsleitung zu dieser Frage lassen nichts Gutes erahnen, es wird dabei vor allem auf die Eigenverantwortung der Betroffenen verwiesen und auf das Parking Belval. Gratis Parkplätze für mehr als 300 Mitarbeiter würde in Esch kein Betrieb mehr zur Verfügung stellen (Ende des Zitats). Für uns geht es schlicht und ergreifend darum ob unser Arbeitstag täglich real 30-50 Minuten (!) länger dauert, und das hat verdammt viel mit Arbeits- und Lebensqualität zu tun.
- Bei der Reorganisation der Diensttouren für September 2015, wird erstmals das „Microbus Programm“ voll zum Zuge kommen. Hier droht eine möglichst intensive Auslastung der täglichen Arbeitszeit mit Fahrten. Natürlich stehen neben den Anfängergruppen, auch immer die Schülertouren im Focus möglicher Verschlechterungen.
Entscheidend wird dabei sein, wie weit der Ausschuss zu einer entschlossenen Verteidigung unserer Errungenschaften bereit sein wird.
Alain Sertic
Foto: Archiv Landesverband
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