Generalversammlung TICE 2019
Generalversammlung TICE 2019
Generalversammlung der Sektion TICE
Am Sonntag den 10. März fand die diesjährige Generalversammlung der Betriebssektion des TICE in Linger statt. Vor einem Jahr hatte mit der Übernahme der Präsidentschaft durch Kollwelter Yves und des Sekretärspostens durch Laurent Gurschke ein erster Schritt zur Erneuerung stattgefunden. Dieser Prozess der Verjüngung setzte sich nun im Vorstand fort und ein erneuerter und gestärkter Vorstand ging aus dieser Generalversammlung hervor.
In seiner Begrüβung und Bilanz kam Yves Kollwelter dann auch gleich auf die aktuellen Kernprobleme beim Escher Tram zu sprechen. Bis zum Juli 2018 waren die Verhältnisse dabei sich langsam aber kontinuierlich zu entspannen. Überstunden und Krankmeldungen waren tendenziell rückläufig und der Urlaubsabbau pendelte sich ein. Nach dem Umbau der Diensttouren und Fahrpläne, ab dem 30. Juli und vor allem nach den erneuten Nachbesserungen der Touren am 1.10.18 und dem 21. Januar 2019 hat sich das erneut zum Schlechten verändert.
Was sofort auffiel ist der erneute Fahrermangel, der bei jeder der 3 erfolgten Umänderungen spürbarer wurde. Nachfragen der Personalvertretung seit letztem Juli nach aktuellen Zahlen und Fakten betreffen das Effektiv blieben erfolglos bzw. sie wurden mit Verweis auf noch kommende „Anpassungen“ auf die lange Bank geschoben. Eine Zählung des Fahrerbestandes auf dem Wochendienstplan ergibt die Zahl von derzeit 312 einsetzbaren Fahrern. Laut dem aktuellen Organigramme sollte der jetzige Fahrdienst allerdings über 333 Busfahrer verfügen (davon 20 CDD Posten). Das alleine ergibt schon eine Differenz von sage und schreibe 21 Fahrern! Nicht umsonst muβte der TICE im Monat Februar 106 Schichten mittels Überstunden ausführen lassen. Dass dabei die Urlaubsvergabe für die kommenden Monate ins Stocken geraten ist versteht sich dann von selbst.
du pain sur la planche…
Es ist also offensichtlich dass es beim TICE erneut massiv an Busfahrern fehlt. Damit der existierende Personalschlüssel korrekt angewendet werden kann bedarf es korrekter Zahlen betreffend der zu leistenden Schichten sowohl was die „charge roulante“, die „charges non roulantes“ und den „taux de disponibilité“ angeht. Diese Fakten müssen nun auf den Tisch und die daraus hervor gehende Zahl an Fahrern muss umgehend eingestellt werden wenn nicht erneut einen strukturellen Fahrermangel festschreiben möchte. In den kommenden Tagen wird der Landesverband mit dem Büro darüber Gespräche führen.
In der folgenden Diskussion ging es dann auch über die Problematik der schwierigen Dienstpositionen. Der Betrieb begründet die wachsende Zahl von Schichten mit Dienstunterbrechung als ein unweigerliches Resultat der allgemein wachsenden Zahl an Schichten. Wir sind dagegen der Meinung dass eine gute Anwendung der Computerberechnung deren Bedarf (quasi) überflüssig machen würde, bis eben auf wenige minimale Restfahrten die über das Schema hinausragen. Eine Wurst hat eben immer nur zwei Enden, egal wie lang und groβ das Mittelstück ist! Wir drängen darum konsequent auf eine klar festgesetzte Begrenzung der Schichten mit Dienstunterbrechung damit einem willkürlichen Ausufern Einhalt geboten werden kann.
Während der Aussprache wurde auch darauf hingewiesen dass die « erleichterten Dienste » ebenfalls langsam aber zielstrebig in den Strudel allerlei kleinerer Verschlechterungen geraten. So wurden z.B. einige Dienstenden erneut ausgeweitet. Diesem schleichenden Trend muss Einhalt geboten werden denn sonst steht am Ende der Entwicklung letztendlich der Ausverkauf der erleichterten Dienste. Welche Folgen es haben würde wenn Fahrer im mittleren Alter erneut den Selben Schichtbedingungen wie 20 jährige Kollegen unterworfen würden kann man sich dann ausmalen.
keine faulen Deal’s zulassen
In diesem Zusammenhang kam die Versammlung dann auch auf die gescheiterte Initiative einiger FGFC Kollegen zu sprechen, die mittels eines Referendums die Absetzung von „Pensionsberechtigten“ Fahrern von den Schülertouren forderten. Diese fatale Idee, die sich bei näherer Betrachtung sofort als undurchführbar und illegal und kontraproduktiv erwies, wurde von unserem Verband und unserem Vorstand auch sofort abgelehnt. Dass solche Schnapsideen überhaupt entstehen ist darauf zurückzuführen dass die Arbeitsbedingungen der Anfänger Schichten in den letzten Jahren dermaβen verschlechtert wurden dass sie nun die Grenzen der Legalität und des Erträglichen erreicht wurde und der Abstand zu den Schülertouren immer grösser wurde. Die Logik der Rentabilität drängt nun auf eine ebenfalls stärkere Belastung der erleichterten Dienste. Eine Logik die wir ebenfalls resolut ablehnen weil sie nur die Rate der Teilinvalidität und Krankmeldungen bei den älteren Kollegen erhöhen würde. Der beste und einzige Weg ist der Erhalt von erträglichen Arbeitsbedingungen die dem Beamtenstatut von Fahrern im Öffentlichen Dienst entsprechen.
Im organisatorischen Teil der Versammlung bleibt noch zu vermerken dass der bisherige Kassierer, der Kollege Lippert Micha, seine Funktion an den Kollegen Da Rocha Kevin abtrat. Die Zahl der Mitglieder der Sektion hat sich positiv entwickelt und das wirkt sich nun auch auf den Vorstand aus. Der neue Vorstand zählt nun 22 Mitglieder wovon 19 sich im aktiven Dienst befinden, dies ist wohl ein anschaulicher Beweis dass der Generationswechsel des Landesverbandes beim TICE gelungen ist.
Alain Sertic
P.S. Auf die Unterredung mit dem Büro des TICE vom 14. März werden wir in der nächsten Nummer des Signal eingehen.
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Generalversammlung TICE 2019 (2)
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